Bildung und Vorkommen von Asbest

Stefan Mair • 26. April 2024

Bildung und Vorkommen von Asbest

Asbest ist eine Gruppe von natürlich vorkommenden mineralischen Fasern, die aufgrund ihrer Robustheit, Hitzebeständigkeit und chemischen Resistenz in der Vergangenheit in einer Vielzahl von Produkten weit verbreitet waren. Es gibt mehrere Arten von Asbest, darunter Chrysotil, Amosit, Crocidolit, Anthophyllit, Tremolit und Aktinolith.

Asbest entsteht unter bestimmten geologischen Bedingungen, die zur Bildung und Kristallisation von mineralischen Fasern führen. Die wichtigsten Faktoren, die zur Bildung von Asbest beitragen, sind:


Mineralzusammensetzung: Asbest besteht aus feinen, langen Fasern von mineralischen Silikaten. Die häufigsten Asbestarten sind Serpentinit (Chrysotil), Amphibol (Amosit, Crocidolit) und weitere Amphibole wie Anthophyllit, Tremolit und Aktinolith. Diese Mineralien müssen in ausreichender Menge vorhanden sein, um die Bildung von Asbestfasern zu ermöglichen.


Druck und Temperatur: Asbest entsteht unter hohen Druck- und Temperaturbedingungen, die typischerweise in metamorphen Gesteinen anzutreffen sind. Metamorphe Prozesse wie die Umwandlung von Sedimentgesteinen oder vulkanischen Gesteinen unter hohem Druck und hoher Temperatur können zur Bildung von Asbest beitragen.

Die Drücke, bei denen Asbest entstehen kann, liegen typischerweise im Bereich von mehreren Kilobar bis hin zu mehreren Dutzend Kilobar. Kilobar ist eine Einheit des Drucks, die einem Druck von 1000 Atmosphären entspricht. Metamorphe Prozesse, die Asbest bilden können, treten normalerweise in Tiefen von mehreren Kilometern unter der Erdoberfläche auf, wo der Druck hoch genug ist, um die Kristallstruktur von Mineralien zu verändern.

Die Temperaturen, die zur Bildung von Asbest benötigt werden, können ebenfalls variieren, liegen jedoch typischerweise im Bereich von einigen hundert Grad Celsius bis hin zu über 1000 Grad Celsius. Diese hohen Temperaturen treten in der Regel in Bereichen mit intensiver metamorpher Aktivität auf, wie zum Beispiel in der Nähe von Magmakammern oder entlang von tektonischen Grenzen.


Hydrothermale Aktivität: Hydrothermale Fluide, die durch Gesteine zirkulieren, können zur Mobilisierung und Neubildung von Mineralien beitragen, einschließlich Asbest. Unter bestimmten Bedingungen können diese Fluide zur Kristallisation von Asbestfasern beitragen.


Geologische Strukturen: Die Bildung von Asbest kann in bestimmten geologischen Strukturen begünstigt sein, wie zum Beispiel in Faltungszonen, in denen Gesteinsschichten verformt und unter Druck gesetzt werden, oder in Bereichen mit aktiver vulkanischer Aktivität, wo metamorphe Prozesse verstärkt auftreten können.


Lange Zeiträume: Die Bildung von Asbestfasern erfolgt über lange geologische Zeiträume hinweg, in denen die oben genannten Bedingungen wirken und die Mineralien sich unter den richtigen Bedingungen kristallisieren und organisieren können.


Zusammenfassend entsteht Asbest durch eine Kombination aus spezifischen geologischen Bedingungen, die zur Bildung und Kristallisation von mineralischen Silikatfasern führen.

von Stefan Mair 29. Januar 2026
Das Thema Schimmel in der Wohnung ist oft ein Grund zur Sorge. Dabei muss beachtet werden, dass auch im Freien häufig Schimmelpilze vorkommen. Spätestens beim Verlassen der Wohnung werden wir also mit Schimmelsporen konfrontiert. Auch ist das Vorkommen von Schimmelpilzen im Innenraum in geringem Umfang nicht ungewöhnlich. Jeder kennt den kleinen Schimmelbelag zum Beispiel auf Silikonfugen im Badezimmer. Für manche Arten ist aber bekannt, dass sie für den Menschen problematisch werden können, z.B.: Aspergillus (Gießkannenschimmel) Dies ist eine der bekanntesten Gattungen. Besonders Aspergillus fumigatus kann bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem eine sogenannte Aspergillose (eine Infektion der Lunge) auslösen. Er findet sich oft in Blumenerde, Staub oder auf Lebensmitteln. Stachybotrys chartarum (Schwarzer Schimmel) Oft als der "gefährlichste" Schimmel bezeichnet. Er liebt sehr feuchte Materialien wie Gipskartonplatten oder Tapeten nach Wasserschäden. Er produziert Mykotoxine (Schimmelpilzgifte), die bei Kontakt oder Einatmen zu schweren Entzündungen, Müdigkeit und Kopfschmerzen führen können. Penicillium (Pinselschimmel) Nicht jeder Verwandte des Penicillins ist ein Lebensretter. Arten wie Penicillium chrysogenum können Allergien und Asthma auslösen. Man findet sie häufig auf Lebensmitteln, aber auch an feuchten Wänden. Alternaria Dieser Pilz ist ein klassischer Allergie-Auslöser. Er kommt oft im Freien vor, siedelt sich in Innenräumen aber gerne in feuchten Badezimmern oder auf Fensterrahmen an. Die gesundheitliche Gefährdung geht meist von drei Faktoren aus: Allergene: Die Sporen lösen Heuschnupfen-ähnliche Symptome oder Asthma aus. Mykotoxine: Giftstoffe, die vor allem beim Verzehr (auf Lebensmitteln) gefährlich sind, aber auch über die Luft aufgenommen werden können. Infektionen: Direktes Wachstum des Pilzes im Körper (selten, meist bei Vorerkrankungen). Wichtig: Die Farbe allein (z. B. "grün" oder "schwarz") reicht nicht aus, um die Art oder die Gefährlichkeit zu bestimmen. Hier schafft ein geeigneter Schimmeltest Klarheit.
von Stefan Mair 22. Januar 2026
Eine Asbest-Freimessung (auch Kontroll- oder Freigabemessung genannt) ist das offizielle Prüfverfahren, um nach einer Asbestsanierung sicherzustellen, dass die Raumluft frei von gefährlichen Fasern ist. Erst wenn diese Messung erfolgreich war, darf der sanierte Bereich wieder ohne Schutzausrüstung betreten und normal genutzt werden. Was sind die wichtigsten Eckpunkte einer Freimessung nach VDI 3492? 1. Warum ist dieser Asbest Test notwendig? Nach dem Entfernen von asbesthaltigen Materialien (z. B. Fliesenkleber, Bodenbeläge oder Isolierungen) können mikroskopisch kleine Fasern in der Luft schweben, die mit bloßem Auge nicht erkennbar sind. Die Freimessung dient als rechtlicher und gesundheitlicher Nachweis, dass die Sanierung erfolgreich war und keine Gefährdung mehr besteht. 2. Der Ablauf einer Freimessung Der Prozess folgt strengen Richtlinien (in Deutschland meist nach VDI 3492 und TRGS 519): Visuelle Kontrolle: Zuerst prüft ein Gutachter, ob der Raum besenrein ist und keine Materialreste mehr sichtbar sind. Probenahme: Über mehrere Stunden saugt ein spezielles Messgerät Luft durch einen goldbedampften Filter. Laboranalyse: Der Filter wird unter einem Rasterelektronenmikroskop (REM) untersucht, um Asbestfasern exakt zu zählen und von anderen Fasern (wie Mineralwolle) zu unterscheiden.  3. Wann gilt ein Raum als "frei"? Ein Raum wird nur freigegeben, wenn die Messergebnisse unter den gesetzlichen Grenzwerten liegen: Der Messwert muss in der Regel unter 500 Fasern pro Kubikmeter (F/m3) liegen. Zudem muss der statistische Sicherheitswert (95 %-Vertrauensbereich) unter 1000F/m3 bleiben. Wichtig: Die Freimessung sollte immer von einem unabhängigen Gutachter oder Labor durchgeführt werden, nicht von der Sanierungsfirma selbst, um einen Interessenkonflikt zu vermeiden.
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