Asbest Test im Innenraum - Gefahren im Altbestand

Stefan Mair • 6. Juli 2020

Asbest lauert an vielen Stellen

Vorsicht bei Sanierungsarbeiten. Je älter ein Gebäude ist, umso wahrscheinlicher ist es, dass Asbest verbaut wurde. Dabei findet sich die Faser nicht nur in den bekannten Eternit Platten.

Eternit
Asbestzement oder Eternit Platten schützen Fassaden und Dächer vor Witterung. Sie wurden in Form von Schindeln oder Wellplatten hergestellt. Ganze Garagen wurden aus dem Material gefertigt. Der Asbest in diesen Produkten ist fest gebunden. Daher ist die Gefahr einer Freisetzung eher gering, solange man die Asbestzement Produkte nicht bearbeitet. Werden Sie entfernt müssen bestimmte Schutzmaßnahmen eingehalten werden. Auch im privaten Umfeld. Ebenso gelten für die Entsorgung feste Regeln. Gerade bei Asbestzement Produkten ist immer wieder zu beobachten, dass Abbau und Entsorgung von preisgünstigen Firmen übernommen werden. Davon ist dringend abzuraten. In der Regel werden die Bestimmungen nicht eingehalten und dann haftet der Bauherr.

Asbestfasern und Fußbodenbeläge
Asbest ist sehr widerstandsfähig gegen Zugbelastung. Deshalb wurde die Faser gerne Kunststoffbelägen zugesetzt. So genannte Vinyl-Asbest Platten wurden vielfach verbaut. Man kennt sie aus den Eingangsbereichen von Mehrfamilienhäusern. Dort könne sie ihre hohe mechanische Stabilität ausspielen. Die Platten wurden nur als Fliesen verbaut, nie als Rollenware. Da sie flächig verklebt wurden, ist die Entfernung schwierig und immer mit der Freisetzung einer erheblichen Menge von Fasern verbunden. Sie sollte immer von einer Fachfirma durchgeführt werden. Hinzu kommt, dass auch in vielen Fußbodenklebern, etwa für Fliesen ebenfalls Asbest eingesetzt wurde. Besonders gefährlich wird es, wenn diese Kleberreste abgeschliffen werden. Hier dürfen nur ganz bestimmte Verfahren und Arbeitsgeräte zum Einsatz kommen.

Asbest in Heizung und Brandschutz
Eine weitere Eigenschaft der Asbestfasern ist ihre hohe Hitzebeständigkeit. Daher wurden die Fasern oft zur Wärmedämmung oder im Brandschutz verwendet. Hier kam Asbest in verschiedenen Formen zum Einsatz. Oft handelt es sich um schwach gebundene Asbestprodukte. Beim Umgang mit diesen Baustoffen ist höchste Vorsicht geboten. Sie setzen permanent Fasern frei, auch ohne mechanische Belastung. Sie müssen wann immer möglich entfernt werden. Dabei müssen spezielle Verfahren und Vorgehensweisen eingehalten werden. Der Ausbau und die Entsorgung darf nur von speziell qualifizierten Firmen durchgeführt werden.

von Stefan Mair 29. Januar 2026
Das Thema Schimmel in der Wohnung ist oft ein Grund zur Sorge. Dabei muss beachtet werden, dass auch im Freien häufig Schimmelpilze vorkommen. Spätestens beim Verlassen der Wohnung werden wir also mit Schimmelsporen konfrontiert. Auch ist das Vorkommen von Schimmelpilzen im Innenraum in geringem Umfang nicht ungewöhnlich. Jeder kennt den kleinen Schimmelbelag zum Beispiel auf Silikonfugen im Badezimmer. Für manche Arten ist aber bekannt, dass sie für den Menschen problematisch werden können, z.B.: Aspergillus (Gießkannenschimmel) Dies ist eine der bekanntesten Gattungen. Besonders Aspergillus fumigatus kann bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem eine sogenannte Aspergillose (eine Infektion der Lunge) auslösen. Er findet sich oft in Blumenerde, Staub oder auf Lebensmitteln. Stachybotrys chartarum (Schwarzer Schimmel) Oft als der "gefährlichste" Schimmel bezeichnet. Er liebt sehr feuchte Materialien wie Gipskartonplatten oder Tapeten nach Wasserschäden. Er produziert Mykotoxine (Schimmelpilzgifte), die bei Kontakt oder Einatmen zu schweren Entzündungen, Müdigkeit und Kopfschmerzen führen können. Penicillium (Pinselschimmel) Nicht jeder Verwandte des Penicillins ist ein Lebensretter. Arten wie Penicillium chrysogenum können Allergien und Asthma auslösen. Man findet sie häufig auf Lebensmitteln, aber auch an feuchten Wänden. Alternaria Dieser Pilz ist ein klassischer Allergie-Auslöser. Er kommt oft im Freien vor, siedelt sich in Innenräumen aber gerne in feuchten Badezimmern oder auf Fensterrahmen an. Die gesundheitliche Gefährdung geht meist von drei Faktoren aus: Allergene: Die Sporen lösen Heuschnupfen-ähnliche Symptome oder Asthma aus. Mykotoxine: Giftstoffe, die vor allem beim Verzehr (auf Lebensmitteln) gefährlich sind, aber auch über die Luft aufgenommen werden können. Infektionen: Direktes Wachstum des Pilzes im Körper (selten, meist bei Vorerkrankungen). Wichtig: Die Farbe allein (z. B. "grün" oder "schwarz") reicht nicht aus, um die Art oder die Gefährlichkeit zu bestimmen. Hier schafft ein geeigneter Schimmeltest Klarheit.
von Stefan Mair 22. Januar 2026
Eine Asbest-Freimessung (auch Kontroll- oder Freigabemessung genannt) ist das offizielle Prüfverfahren, um nach einer Asbestsanierung sicherzustellen, dass die Raumluft frei von gefährlichen Fasern ist. Erst wenn diese Messung erfolgreich war, darf der sanierte Bereich wieder ohne Schutzausrüstung betreten und normal genutzt werden. Was sind die wichtigsten Eckpunkte einer Freimessung nach VDI 3492? 1. Warum ist dieser Asbest Test notwendig? Nach dem Entfernen von asbesthaltigen Materialien (z. B. Fliesenkleber, Bodenbeläge oder Isolierungen) können mikroskopisch kleine Fasern in der Luft schweben, die mit bloßem Auge nicht erkennbar sind. Die Freimessung dient als rechtlicher und gesundheitlicher Nachweis, dass die Sanierung erfolgreich war und keine Gefährdung mehr besteht. 2. Der Ablauf einer Freimessung Der Prozess folgt strengen Richtlinien (in Deutschland meist nach VDI 3492 und TRGS 519): Visuelle Kontrolle: Zuerst prüft ein Gutachter, ob der Raum besenrein ist und keine Materialreste mehr sichtbar sind. Probenahme: Über mehrere Stunden saugt ein spezielles Messgerät Luft durch einen goldbedampften Filter. Laboranalyse: Der Filter wird unter einem Rasterelektronenmikroskop (REM) untersucht, um Asbestfasern exakt zu zählen und von anderen Fasern (wie Mineralwolle) zu unterscheiden.  3. Wann gilt ein Raum als "frei"? Ein Raum wird nur freigegeben, wenn die Messergebnisse unter den gesetzlichen Grenzwerten liegen: Der Messwert muss in der Regel unter 500 Fasern pro Kubikmeter (F/m3) liegen. Zudem muss der statistische Sicherheitswert (95 %-Vertrauensbereich) unter 1000F/m3 bleiben. Wichtig: Die Freimessung sollte immer von einem unabhängigen Gutachter oder Labor durchgeführt werden, nicht von der Sanierungsfirma selbst, um einen Interessenkonflikt zu vermeiden.
von Stefan Mair 2. Juli 2024
Asbest Test von Materialproben
von Stefan Mair 16. Mai 2024
TRGS 519 und VDI 3492 – Wichtige Grundlagen bei der Asbestsanierung
von Stefan Mair 26. April 2024
Bildung und Vorkommen von Asbest
von Stefan Mair 6. März 2023
Aspergilus niger - Vorkommen und Gefahren
von Stefan Mair 8. Februar 2023
Arbeitsplatzmessungen
von Stefan Mair 5. Dezember 2022
Langzeitmessung der Luftqualität am Arbeitsplatz
von Stefan Mair 30. November 2022
Asbest – Wirkung und Vorkommen
von Stefan Mair 14. November 2022
Gefahr von Schimmelpilzen im Innenraum