Holzschutzmittel Test
Raumlufttest auf Holzschutzmittel
Holzschutzmittel sind Wirkstoffe, die Holz vor dem Befall durch zerstörerische Organismen schützen sollen. Das Hauptziel ist es, die Lebensdauer von Holzkonstruktionen zu verlängern. Sie wirken in der Regel gegen Pilze und / oder Insekten
Im Laufe der Zeit wurden verschiedene Holzschutzmittel eingesetzt. Früher wurden extrem wirksame, aber hochgradig giftige und umweltschädliche Stoffe eingesetzt. Viele davon sind heute strengstens verboten.
Teeröl (Karbolineum)ist ein Nebenprodukt bei der Steinkohlenteerdestillation. Es macht Holz extrem wetterbeständig und wirkt gut gegen Schadorganismen. Es riecht oft deutlich und charakteristisch. Wegen krebserregender polyzyklischer aromatischer Kohlenwasserstoffe (PAK) wird es heute nicht mehr eingesetzt.
Anorganische Salze dringen tief ins Holz ein und wurden oft im Kesseldruckverfahren eingebracht. Dabei wurden verschiedene Salze eingesetzt:
- Chrom, Arsen: Über Jahrzehnte der Standard im Außenbereich (oft in Kombination mit Kupfersalzen). Arsen wirkte gegen Insekten, Chrom fixierte die Stoffe im Holz. Wegen der hohen Giftigkeit von Arsen und Chrom-VI sind diese Stoffe heute verboten.
- Kupfer: Kupfer (z. B. als Kupfercarbonat oder Kupferquart) ist hochwirksam gegen Pilze und deutlich weniger toxisch für Säugetiere als Arsen.
- Borate (Borsalze): Sie wirken gut gegen Insekten und Pilze, sind aber wasserlöslich und können ausgewaschen werden. Daher werden sie vor allem im Innenausbau (z. B. Dachstühle) eingesetzt.
Organische Wirkstoffe
Die organischen Pestizide wurden vor allem im 20. Jahrhundert in großem Stil in Innenräumen und für Fertighäuser verwendet. Typische, oft eingesetzte Substanzen dieser Stoffgruppe sind
- Pentachlorphenol (PCP): Dieser Stoff ist ein hochwirksames Fungizid. Es ist extrem langlebig und reichert sich im menschlichen Fettgewebe an. PCP ist seit 1989 in Deutschland verboten.
- Lindan (γ-Hexachlorcyclohexan): Dies ist ein starkes Insektizid, das oft in Kombination mit PCP eingesetzt wurde. Es greift das Nervensystem an. Der Stoff ist heute ebenfalls verboten.
- DDT: DDT wurde in der Nachkriegszeit massiv als Insektiztid eingesetzt. Es ist schon seit Jahrzehnten verboten. Aufgrund seiner Beständigkeit wird es nach wie vor in Holzkonstruktionen nachgewiesen.
Im Gegensatz z.B. zu Lösemitteln verdampfen Holzschutzmittel wie PAK, PCP und Lindan extrem langsam. Anorganische Salze verdampfen gar nicht, bleiben folglich im Holz erhalten. Als Aufnahmepfad für den Menschen kommen die gasförmigen Emissionen der organischen Pestizide in Frage. Einen weiteren Aufnahmepfad stellt das Einatmen von belasteten Stäuben dar.
Eine Raumluftmessung, auf Holzschutzmittel ist besonders in Gebäuden sinnvoll, die zwischen den 1960er und 1990er Jahren gebaut oder saniert wurden. In dieser Zeit wurden chemische Wirkstoffe wie PCP (Pentachlorphenol), Lindan und DDT in großem Stil und völlig unbedacht im Innenbereich eingesetzt (z. B. für Dachstühle, Holzverkleidungen, Deckenbalken oder in Fertighäusern). In älteren Gebäuden finden sich oft noch PAK oder Metallsalze in den Holzbauteilen.









