Asbestrohre im Altbau

Stefan Mair • 3. Februar 2022

Asbestrohre – Eternitrohre im Altbau

Was ist Eternit?

Im Jahr 1900 meldete Ludwig Hatschek ein Verfahren zur „Herstellung von Kunststeinplatten mit hydraulischen Bindemitteln“. Die Faserzementplatte war geboren. Dabei wurden Zementprodukte mit Asbestfasern versetzt. So konnte ein leichtes, feuerfestes und preiswertes Produkt hergestellt werden. Der Markenname dieses Produktes war Eternit. Es entstanden Fabriken und Unternehmen die den Namen Eternit in den Firmennamen aufnahmen. Aus ihnen ging nach dem 2. Weltkrieg die Eternit AG hervor. Diese stellte bis 1990 asbesthaltige Zementprodukte her. U.a. wurden diese als widerstandsfähige, chemikalienbeständige und feuerfeste Rohre in großer Zahl verbaut.


Asbestrohre – typische Einsatzzwecke

Entsprechend ihrer Eigenschaften wurden Rohre aus Asbestzement für viele Einsatzzwecke verwendet. Typische Einbausituationen waren:

  • Regenfallrohre, besonders im Gebäudeinneren
  • Abflussrohre für Sanitärbereiche
  • Zuluftrohre für Heizungsanlagen
  • Schmutzwasserleitungen, auch im öffentlichen Kanalnetz


Kann ich asbesthaltige Zementrohre erkennen?

Auch nach 1990 wurden Faserzementprodukte hergestellt. Diese enthalten keine Asbestfasern mehr. Sie sehen allerdings den alten Produkten so ähnlich, dass bei einem ersten Augenschein kein Unterschied erkennbar ist.

Wenn man weiß, wann die Rohre verbaut wurden, kann man allerdings mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit sagen, ob sie Asbest enthalten können. Rohre, die vor 1980 eingebaut wurden enthalten mit großer Wahrscheinlichkeit Asbest. Danach nimmt die Wahrscheinlichkeit ab. Bis sie bei Einbauten ab 1990 auf null sinkt.

Sicherheit bietet nur eine Probenahme mit Auswertung unter dem Rasterelektronenmikroskop.


Sind Asbestrohre gefährlich?

Die Asbestfasern in Eternitrohren sind fest gebunden. D.h. sie sind so fest mit dem umgebenden Zement verbunden, dass eine Freisetzung von Fasern ohne äußere Einwirkung sehr unwahrscheinlich ist. So lange man die Rohre in Ruhe lässt, besteht keine Gefahr.

Allerdings werden immer Fasern freigesetzt, wenn man die Rohre in irgendeiner Art bearbeitet oder beschädigt. Daher darf man Eternitrohre nie schneiden, anbohren, brechen oder ähnliches, ohne die entsprechenden Schutzvorkehrungen getroffen zu haben.


Darf ich Asbestrohre selbst ausbauen?

In den eigenen vier Wänden darf jeder alte Asbestrohre ausbauen, soweit er sich an dien Vorgaben der TRGS 519 hält. Das bedeutet insbesondere, dass die Rohre beim Ausbau nicht beschädigt werden dürfen. Diese Vorgabe ist oft schwer einzuhalten, da die Rohre eingemauert sind und deshalb herausgestemmt werden müssen. Da die Entfernung von Eternitrohren im Haus dann doch recht leicht zu einer Faserfreisetzung führen kann, empfehlen wir, die Arbeiten durch eine Fachfirma ausführen zu lassen.

von Stefan Mair 29. Januar 2026
Das Thema Schimmel in der Wohnung ist oft ein Grund zur Sorge. Dabei muss beachtet werden, dass auch im Freien häufig Schimmelpilze vorkommen. Spätestens beim Verlassen der Wohnung werden wir also mit Schimmelsporen konfrontiert. Auch ist das Vorkommen von Schimmelpilzen im Innenraum in geringem Umfang nicht ungewöhnlich. Jeder kennt den kleinen Schimmelbelag zum Beispiel auf Silikonfugen im Badezimmer. Für manche Arten ist aber bekannt, dass sie für den Menschen problematisch werden können, z.B.: Aspergillus (Gießkannenschimmel) Dies ist eine der bekanntesten Gattungen. Besonders Aspergillus fumigatus kann bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem eine sogenannte Aspergillose (eine Infektion der Lunge) auslösen. Er findet sich oft in Blumenerde, Staub oder auf Lebensmitteln. Stachybotrys chartarum (Schwarzer Schimmel) Oft als der "gefährlichste" Schimmel bezeichnet. Er liebt sehr feuchte Materialien wie Gipskartonplatten oder Tapeten nach Wasserschäden. Er produziert Mykotoxine (Schimmelpilzgifte), die bei Kontakt oder Einatmen zu schweren Entzündungen, Müdigkeit und Kopfschmerzen führen können. Penicillium (Pinselschimmel) Nicht jeder Verwandte des Penicillins ist ein Lebensretter. Arten wie Penicillium chrysogenum können Allergien und Asthma auslösen. Man findet sie häufig auf Lebensmitteln, aber auch an feuchten Wänden. Alternaria Dieser Pilz ist ein klassischer Allergie-Auslöser. Er kommt oft im Freien vor, siedelt sich in Innenräumen aber gerne in feuchten Badezimmern oder auf Fensterrahmen an. Die gesundheitliche Gefährdung geht meist von drei Faktoren aus: Allergene: Die Sporen lösen Heuschnupfen-ähnliche Symptome oder Asthma aus. Mykotoxine: Giftstoffe, die vor allem beim Verzehr (auf Lebensmitteln) gefährlich sind, aber auch über die Luft aufgenommen werden können. Infektionen: Direktes Wachstum des Pilzes im Körper (selten, meist bei Vorerkrankungen). Wichtig: Die Farbe allein (z. B. "grün" oder "schwarz") reicht nicht aus, um die Art oder die Gefährlichkeit zu bestimmen. Hier schafft ein geeigneter Schimmeltest Klarheit.
von Stefan Mair 22. Januar 2026
Eine Asbest-Freimessung (auch Kontroll- oder Freigabemessung genannt) ist das offizielle Prüfverfahren, um nach einer Asbestsanierung sicherzustellen, dass die Raumluft frei von gefährlichen Fasern ist. Erst wenn diese Messung erfolgreich war, darf der sanierte Bereich wieder ohne Schutzausrüstung betreten und normal genutzt werden. Was sind die wichtigsten Eckpunkte einer Freimessung nach VDI 3492? 1. Warum ist dieser Asbest Test notwendig? Nach dem Entfernen von asbesthaltigen Materialien (z. B. Fliesenkleber, Bodenbeläge oder Isolierungen) können mikroskopisch kleine Fasern in der Luft schweben, die mit bloßem Auge nicht erkennbar sind. Die Freimessung dient als rechtlicher und gesundheitlicher Nachweis, dass die Sanierung erfolgreich war und keine Gefährdung mehr besteht. 2. Der Ablauf einer Freimessung Der Prozess folgt strengen Richtlinien (in Deutschland meist nach VDI 3492 und TRGS 519): Visuelle Kontrolle: Zuerst prüft ein Gutachter, ob der Raum besenrein ist und keine Materialreste mehr sichtbar sind. Probenahme: Über mehrere Stunden saugt ein spezielles Messgerät Luft durch einen goldbedampften Filter. Laboranalyse: Der Filter wird unter einem Rasterelektronenmikroskop (REM) untersucht, um Asbestfasern exakt zu zählen und von anderen Fasern (wie Mineralwolle) zu unterscheiden.  3. Wann gilt ein Raum als "frei"? Ein Raum wird nur freigegeben, wenn die Messergebnisse unter den gesetzlichen Grenzwerten liegen: Der Messwert muss in der Regel unter 500 Fasern pro Kubikmeter (F/m3) liegen. Zudem muss der statistische Sicherheitswert (95 %-Vertrauensbereich) unter 1000F/m3 bleiben. Wichtig: Die Freimessung sollte immer von einem unabhängigen Gutachter oder Labor durchgeführt werden, nicht von der Sanierungsfirma selbst, um einen Interessenkonflikt zu vermeiden.
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