Schimmelpilze in Innenräumen
Schimmel in Wohnräumen
Schimmelpilze gehören zur natürlichen Umwelt des Menschen, doch ihr Auftreten in Innenräumen stellt ein ernstzunehmendes hygienisches und gesundheitliches Risiko dar. Die Ursachen für den Befall reichen von erhöhter Luftfeuchtigkeit durch unzureichender Belüftung bis hin zu baulichen Mängeln wie Wärmebrücken oder Wasserschäden. Im Wohnbereich siedeln sich primär sporenbildende Schimmelpilze an, die sich je nach Feuchteangebot und Substratbeschaffenheit unterschiedlich stark, z.T. sehr schnell ausbreiten.
Zu den am häufigsten nachgewiesenen Arten zählt die Gattung Aspergillus (Gießkannenschimmel). Spezies wie Aspergillus niger oder Aspergillus fumigatus sind bezüglich ihrer Nährstoffanforderungen äußerst anpassungsfähig und besiedeln bevorzugt feuchte Tapeten, Putze sowie organische Materialien. Ihre Sporen besitzen ein hohes allergenes Potenzial. Es wird diskutiert, ob sie bei prädisponierten Personen Atemwegserkrankungen auslösen können.
Ebenfalls weit verbreitet ist die Gattung Penicillium (Pinselschimmel). Arten wie Penicillium chrysogenum gedeihen bereits bei vergleichsweise geringer Materialfeuchte und sind häufig an Wänden, Holzstrukturen oder hinter Mobiliar zu finden.
Bei langanhaltend hoher Feuchtigkeit oder nach strukturellen Wasserschäden tritt vermehrt Cladosporium auf. Diese Gattung zeigt sich oft als olivgrüner bis schwarzer Belag.
Besonders kritisch ist der Befall durch Stachybotrys chartarum (Schwarzschimmel). Dieser cellulosedegradierende Pilz benötigt eine sehr hohe Materialfeuchte und wächst vorrangig auf gipshaltigen oder zellulosereichen Baustoffen. Seine Stoffwechselprodukte (Mykotoxine) weisen eine verhältnismäßig hohe Toxizität auf.
Aus dem Spektrum der vorkommenden Schimmelpilzarten lässt sich für Bewohner betroffener Innenräume eine zentrale physikalische Gesetzmäßigkeit ableiten: Das Pilzwachstum ist zwingend an das Vorhandensein von Feuchtigkeit gebunden. Da die Mikroorganismen i.d.R. in ihren Substratanforderungen extrem anspruchslos sind, bietet nahezu jedes Baumaterial bei ausreichender Feuchte eine geeignete Nährstoffbasis. Für den Erhalt einer gesunden Wohnumgebung ist es daher essenziell, die relative Luftfeuchtigkeit durch regelmäßiges Querlüften und angepasstes Heizen dauerhaft unter der kritischen Schwelle von 60 % zu halten sowie bauliche Feuchteeinträge umgehend fachgerecht zu sanieren.
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